Evangelische Öffentliche Bücherei Hamm/Sieg Parkstr. 3 (Dietrich-Bonhoeffer-Haus),  57577 Hamm/Sieg Telefon: 02682-6536 eoeb.hamm.sieg@t-online.de   Unsere Öffnungszeiten: Dienstag 10.00 - 12.00 Uhr 15.00 - 18.00 Uhr Mittwoch 10.00 - 13.00 Uhr Donnerstag 15.00 - 19.00 Uhr Freitag 15.00 - 18.00 Uhr Die Bücherei hat am 27. und 28. Dezember 2018 geschlossen.    Das nächste Treffen der Bücher-Wichte ist am Montag, 7. Januar 2019, 10.00 Uhr   Mit einem Klick auf den “Katalog” kommen Sie in unseren aktuellen Medienbestand! Nähere Informationen unter “Medienangebot”. Unser Vorleseclub ist wieder gestartet! Das nächste Treffen ist am  Mittwoch, 19. Dezember 2018 15.30 – 17.00 Uhr in der Bücherei. Alle Kinder der 1. und 2. Klasse sind sehr herzlich eingeladen! Schau herein und mach mit! Es ist jederzeit möglich einzusteigen. Annette Hess stammt aus Hannover. Sie studierte Malerei und Innenarchitektur, später Szenisches Schreiben. Sie arbeitete als freie Journalistin, Regieassistentin sowie Drehbuchlektorin. Seit 1998 ist sie ausschließlich als  Drehbuchautorin tätig und wurde besonders durch ihre Fernsehserien Weissensee, Ku’damm 56 und Ku’damm 59 bekannt. Annette Hess lebt in Niedersachsen. Deutsches Hausist ihr erster Roman. Die Handlung spielt in Frankfurt 1963 und erzählt die Geschichte von  Eva Bruhns, die als Dolmetscherin zum Auschwitz-Prozess hinzugezogen wird. Sie weiß nur wenig über den  Nationalsozialismus und ist von den Zeugenaussagen zutiefst erschüttert. In der Konfrontation mit der  deutschen Vergangenheit findet sie zu sich selbst. Eva ist gelernte Dolmetscherin und jüngste Tochter der Wirtsleute Ludwig und Edith Bruhns. Sie steht kurz vor ihrer Verlobung mit Jürgen Schoormann, dessen Familie einen Versandhandel betreibt. Unvorhergesehen wird Eva gebeten, bei einem Prozess die Zeugenaussagen zu übersetzen. Ihre Eltern sowie  ihr zukünftiger Verlobter sind dagegen: Es ist der erste Auschwitz-Prozess, der in der Stadt gerade vorbereitet  wird. Eva, die bis dahin noch nie etwas von diesem Ort gehört hat, folgt ihrem Gefühl, widersetzt sich ihrer  Familie und nimmt die Herausforderung an. Zu dem Zeitpunkt ahnt sie noch nicht, dass dieser  Jahrhundertprozess nicht nur das Land, sondern auch ihr eigenes Leben unwiderruflich verändern wird. Die Hauptfigur Eva Bruhns ist nur um weniges älter als die Mutter der Autorin und dient in vielen Zügen als  Vorlage für diese Figur: „Ich weiß, dass ihre Generation von Auschwitz nicht viel erfahren hat und auch nicht  viel wissen wollte. Es war die Zeit der Verdrängung, des Wirtschaftswunders. Man schaute nach vorn und nicht  zurück. Auch der Auschwitz-Prozess ist an ihr eher vorbeigegangen, sie war damit beschäftigt, einen Ehemann  zu finden, eine Familie zu gründen. Sie hat erst später in den ˜70er-Jahren begonnen, sich mit der  Vergangenheit zu beschäftigen.“, erläutert Hess in einem Gespräch. Annette Hess hat umfangreich und gründlich recherchiert und sich besonders für die Berichte der Kinder von  Tätern interessiert. Wie leben sie mit der Schuld ihrer Väter ist die zentrale Frage, auch bei Eva Bruhns. Hier schreibt jemand gegen das Vergessen an, gegen das Langsam-ist-auch-mal-gut-Gerede, gegen den  Vergleich der Nazizeit mit einem »Vogelschiss«- und will damit möglichst viele Menschen erreichen.“, heißt es  in einer Rezension. Dem ist nur hinzuzufügen, dass Annette Hess das zudem richtig gut macht. Hier treffen  Zeitgeschichte und Unterhaltung im besten Sinne aufeinander. Ein mitreißendes Buch, das die Atmosphäre der Zeit sprachlich wie inhaltlich großartig einfängt.